Spielstraße in der Gudvanger: aller guten Dinge sind drei

Veröffentlicht am 03.05.2017 in Kiez

Gudvanger Straße im Humannkiez: Platz für Autos oder Kinder?

Früher gehörten die Straßen den Berliner Kindern, heute gehören sie den Autos. In wenigstens einer Straße sollte sich das umkehren. Für ganze fünf Tage im Jahr sollten Kinder in der Gudvanger Straße die Herrschaft übernehmen. Gescheitert ist das an Klagen von Anwohnern. Jetzt unternimmt das Bezirksamt einen dritten Anlauf.
 

Der Versuch, eine Spielstraße einzurichten, zieht sich nun schon über zwei Jahre hin. Die Bezirksverordnetenversammlung brachte das Experiment einstimmig auf den Weg. Im ersten Anlauf 2015 wurde die Straße dienstags 10 bis 18 Uhr gesperrt. Eine Anwohnerin klagte dagegen, der Bezirk verlor vor Gericht und die Straße gehörte vorerst wieder den Autos. Ein zweiter Anlauf wurde im Frühjahr 2016 unternommen, diesmal sollte die Spielstraße als Bildungsveranstaltung alle zwei Wochen stattfinden. Die Anwohnerinnen und Anwohner wurden einbezogen, das Bezirksamt machte Abstriche und am Ende standen fünf Tage im Jahr fest, in denen die Straße den Kindern gehören sollte. Aber auch das half nichts. Die ganze Sache landete wieder vor Gericht und lag dort solange, bis der Streitgrund entfallen war – die fünf vereinbarten Termine waren bereits abgelaufen. Jetzt folgt der dritte Anlauf. Das Bezirksamt hat einen neuen Antrag auf Genehmigung einer „Temporären Spielstraße“ als Veranstaltung gestellt und hofft diesmal auf eine zeitnahe Grundsatzentscheidung.

Die Senatsverwaltung für Verkehr ist skeptisch, da es sich um eine Durchgangsstraße handelt. Eine reguläre Spielstraße komme deswegen nicht in Betracht. Streitpunkt sind neben dem Durchgangsverkehr die 28 wohnungsnahen Parkplätze, die für einen Tag alle zwei Wochen wegfallen würden. Außerdem verursache der nahegelegene Humannplatz schon genug Lärm, die schreienden Kinder jeden Dienstag wären ihr schlichtweg zu viel, erklärte eine Anwohnerin gegenüber dem Tagesspiegel.

Berechtigte Interessen haben aber auch die Kinder auf der anderen Seite des Konflikts. Der Kiez um den Humannplatz ist dicht besiedelt, die Zahl der Spielplätze rar. Im Prenzlauer Berg sind es gerade mal 0,31 Quadratmeter pro Einwohner – vorgeschrieben ist mehr als das Dreifache. Die verkehrsberuhigte Straße, in der Autos nur Schrittgeschwindigkeit fahren dürfen, würde zwar Spielen theoretisch erlauben. Aber die Autos sind dort schneller unterwegs und für Kinder ist die Straße zu gefährlich. Schade, denn bei temporären Spielstraßen wie geplant handelt es sich nicht um eine Raketenwissenschaft. In Bremen gibt es bereits erfolgreich solche Spielstraßen, Frankfurt am Main startete ein Pilotprojekt.

Artikel: Markus Roick

 
 

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