100 Jahre Frauenwahlrecht: Helene Schmitz (1874–1945)

Veröffentlicht am 06.03.2018 in Geschichte

Helene Schmitz, 2 v.l. obere Reihe

Seit hundert Jahren dürfen Frauen in Deutschland wählen und gewählt werden. Per Verordnung wurde damals geregelt, was die Sozialdemokraten schon mit ihrem Erfurter Programm von 1891 gefordert hatten: allgemeines, gleiches, direktes und geheimes Wahl- und Stimmrecht ohne Unterschied des Geschlechts. Bei der verfassungsgebenden deutschen Nationalversammlung im Januar 1919 wurden 37 Frauen in das Parlament gewählt, das 423 Abgeordnete umfasste; die meisten der Frauen waren Sozialdemokratinnen. In der SPD waren schon in den Jahren zuvor viele Frauen politisch aktiv. Eine dieser Frauen war Helene Schmitz aus der Bornholmer Straße 99, die im Wahlkreis Prenzlauer Berg im Jahr 1919 direkt zur Stadtverordneten gewählt wurde.

Schon 1916 war sie in den SPD Bezirks-Vorstand gewählt worden, vergleichbar mit dem heutigen Landesvorstand. Als Stadtverordnete begann ihre politische Karriere, die sie auch in den preußischen Landtag führen sollte, und die erst mit der preußischen Landtagswahl von 1932 ihr Ende fand. Helene Schmitz  war Vorstandsmitglied der Arbeiterwohlfahrt von deren Gründung 1919 bis zu ihrem Verbot 1933.

Im Wahlkampf 1932 hielt sie auf einer überfüllten Frauenkundgebung in Friedrichshain eine Rede, bei der sie unter großem Beifall die Fortschritte sozialer Politik der preußischen Regierung anpries und die Frauen dazu aufrief, SPD zu wählen. Sie zog damit auch ein Resümee ihres Wirkens, der Einsatz war aber vergeblich. Mit dieser Wahl verlor die „Weimarer Koalition“ in Preußen ihre Mehrheit, das demokratische Bollwerk im Reich war geschliff en. Nur kurze Zeit später wurde das demokratische und soziale Preußen durch den sogenannten „Preußenschlag“ komplett ausgelöscht und den Nazis so willfährig der Weg bereitet. Helene Schmitz starb wenige Tage vor Kriegsende an einem Gehirnschlag.

Mehr Informationen über Helene Schmitz finden Sie hier.

Im Bild: Weibliche Stadtverordnete der SPD 1919. Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 183-1983-1205-508 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de.

 
 

Ihre Abgeordnete Clara West

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